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| „Kulinarisch-historisches Wirtshaus-Gangl“ | Kulinarisches und Historisches bieten drei Neukirchener Schmankerlwirte nochmals am Abend des 3. Dezember 2010 ab 19 Uhr. | | |  | | | Kulinarisches gepaart mit Historischem konnte man am Freitag, 30. April 2010, genießen. Die sechs Neukirchener Schmankerlwirte, die sich aus dem Agenda-Arbeitskreis Tourismus herauskristallisierten, arbeiten seit Jahren erfolgreich zusammen. Neben den Schmankerlwochen im Herbst erfreuen sie jedes Frühjahr auch mit ausgefallenen Spargelrezepten. Der Neukirchener Ehrenbürger und allseits geschätzte Heimatforscher Ludwig Baumann ist seit Jahrzehnten bemüht, die Geschichte der Neukirchener Häuser umfassend aufzudecken und fand gerade bei den alteingesessenen Gastwirtschaften viel Spannendes heraus. So hatten die Wirte des Arbeitskreises zusammen mit ihrem AK-Beauftragten Markus Müller die Idee, gemeinsam mit Ludwig Baumann ein kulinarisch-historisches Wirtshaus-Gangl zu organisieren, wo der Gast einen kurzweiligen Abend bei gutem Essen erleben kann und obendrein mit historischen Tatsachen „gefüttert“ wird.
Da Ludwig Baumann bei seinen Forschungen in erster Linie die Gemarkung Neukirchen bearbeitet, die bis zum Ortsteil Mais reicht, zeigten sich für dieses erste Wirtshaus-Gangl die drei Gastwirtschaften „Zum Bach“, „Zur Linde“ und „Zum Klement“ geradezu prädestiniert.
Was die Wirte Josef Hastreiter, Markus Pongratz und Bernhard Vogl nicht erwartet hatten: Kaum hatten sie den Termin für diese Neukirchener Schmankerl-Tour bekannt gemacht, schon gab es die ersten Anmeldungen und die Veranstaltung war in Kürze ausgebucht. Viele Interessenten mussten auf eine Wiederholungstour vertröstet werden.
Wer nun also rechtzeitig gebucht hatte, fand sich gegen 19 Uhr bei der ersten Station, dem „Hotel-Gasthof zum Bach“ ein. Bei einem Begrüßungstrunk lauschten alle Gäste mucksmäuschenstill, was Ludwig Baumann über den „Bach“ zu berichten wusste. Der Heimatforscher versteht es ausgezeichnet, seinen Zuhörern einerseits wirklich fundiertes Wissen zu vermitteln, anderseits dieses Wissen aber so geschickt zu verpacken, dass die Zuhörer nie überfordert werden, sondern eher der „Wunsch nach mehr“ entsteht. Der zwölf Meter tiefe Brunnen, der vor ein paar Jahren bei der Erweiterung des Restaurants gefunden wurde, und der Bürgermeister Bach, der im 18 Jahrhundert vom Trenck der Panduren mitgenommen wird und in dessen Lager mit vierzig Jahren tragisch an einem „Herzensstoß“ stirbt, blieben sicherlich als zwei ganz markante historische Eckpfeiler jedem Wirtshausgang-Teilnehmer in Erinnerung. Für den Magen hatte Josef Hastreiter jahreszeitengerecht ein feines Spargelsüppchen gekocht und bald danach brach die Gesellschaft auf in Richtung Hauptgang im Hotel-Gasthof „Zur Linde“.
Die Wirtshaus-Geher überquerten mit der Krankenhausstraße, einen Teil der wichtigsten Handelsstraße von Straubing nach Böhmen, um zum nächsten geschichtsträchtigen Wirtshaus, dem „Hotel-Gasthof zur Linde“ zu gelangen, das seit hundert Jahren in Besitz der Familie Vogl-Pongratz ist. Unter all den vielen wichtigen Ereignissen, die Ludwig Baumann aus der Geschichte der „Zur Linde“ berichten konnte, blieb markant in Erinnerung, dass der Dowias 1730 zusammen mit dem Schneider-Wirt die ehren- und verantwortungsvolle Aufgabe hatte, die in Straubing gefertigten Bildhauerarbeiten des Franz Mozart (einem Onkel des berühmten W.A. Mozart) für den neuen Hochaltar der Wallfahrtskirche zu holen.
Der junge Dowias Markus Pongratz hatte einen zwoagschichtigen Hauptgang kreiert, in dem er nach eigenen Worten „ein Hauptgericht aus früherer Zeit mit einem modernen leichten Gericht kombinierte“.
Zum „Klement“ nach Mais fuhr man dann mit Autos, wo sich Bernhard Vogl einen üppigen Nachspeisenteller mit Zwetschgenstrudel und verschiedenen hellen Süßspeisen ausgedacht hatte. Hier erfuhren dann die geschichtshungrigen Zuhörer über die Anfänge einer Industrie in Neukirchen, ein Farbwerk, das 1890 von einem praktischen Arzt Aus Lam geplant wurde und das nach einigen Jahren ein Ende fand. Als Grund dafür erwog Ludwig Baumann das Fehlen eines Eisenbahnanschlusses.
Mit der geistigen und kulinarischen Nahrung überaus zufrieden zeigten sich alle Wirtshaus-Ganglteilnehmer. Markus Müller bedankte sich bei Ludwig Baumann, der „völlig kostenlos, aber sicher nicht umsonst“ diese historischen Ausführungen für das Wirtshausgangl zusammenstellte.
Ein Flascherl Wein von den drei jungen Köchen nahm der Neukirchener Ehrenbürger dann doch an. Resümee dieser gelungenen zur Nachahmung empfohlenen Veranstaltung: Kein oberflächlicher Event-Klamauk, sondern ein überaus geselliger aus guter Zusammenarbeit „über den Tellerrand hinweg“ entstandener Abend, bei dem die spannende und reichhaltige Geschichte des Marktes Neukirchen gut fundiert aber trotzdem leicht verdaulich präsentiert wurde.
Weil beim ersten Termin nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnte, wird die Veranstaltung am 3. Dezember 2010 abends um 19 Uhr wiederholt.
Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung unter Telefon 09947-1218 erforderlich.
Die Kosten inkl. 3 Getränken betragen pro Person 17 Euro. | |
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